Foto: “Bistis North – Hügelreport” von ACHIMPICTURES

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Achim Oetzel
“Bistis North - Hügelreport” von achimpictures

Bisti Badlands/Wilderness North - Hügelreport

Farmington, New Mexico, 3.7.2011

Ganz früh brechen wir vom Hotel Americas Best Value Inn mit dem Ziel Bisti Wilderness North (North Unit) auf. Der Kofferraum des Autos enthält eisgekühlte Getränke im Überfluss.

Über die State Route 371 fahren wir durch eine weite ausgedörrte Landschaft. Riesige künstlich angelegte grüne Kreise deuten darauf hin, dass hier Landwirtschaft ohne künstliche Bewässerung unmöglich ist.

Wir biegen schließlich auf die gravel road 7290 ab, als wir plötzlich in dieser verlassenen Gegend ein Schleifgeräusch vernehmen. Meine Frau vermutet einen Platten. Ich inspiziere den Wagen und finde schließlich einen Draht unter dem Motor, der sich schnell entfernen lässt. Glück gehabt!

Schließlich erreichen wir an einem Wash eine Art Parkplatz. Vor uns liegt ein eingezäunter Bereich. Das Hindernis überwinden wir schnell und tauchen in die Bisti Badlands ein. Kein Wölkchen ist am blassblauen Himmel zu sehen. Die Sonne meint es offensichtlich etwas zu gut mit uns.

Auf ins Abenteuer

Mit Camcorder, Spiegelreflexkamera, Stativ und einigen Elektrolytgetränken stapfen wir über die orangefarbenen, lehmig weichen Hügel auf der Suche nach dem bekannten geflügelten King of Wings Hoodoo. Es geht die Hügel hoch und runter…

Während wir die apfelsinenfarbigen Buttes (Spitzkuppen) genießen, zeigt mir mein Outdoor Navi zwar die eingegebenen Geodaten an, aber irgendwie bin ich an diesem Tag nicht kompatibel mit dem Gerät. So geht es im Zickzack hin und her.

Wir irren in den Bisti Wildlands von Hügel zu Hügel – hinauf und hinab… Dabei ist es schön heiß, und die mitgenommenen Getränke erfrischen. Wir entdecken viele sehr ansehnliche Hoodoo Exemplare. Der bei Kennern dieser Gegend sehr häufig fotografierte King of Wings Hoodoo bleibt für uns leider unentdeckt.

Keine Orientierung, Hitze, Panik

Die Tour ist inzwischen sehr schweißtreibend, so dass die leckeren Getränke nur so durch unsere Kehlen laufen.

Meine Frau zeigt schon längst Anzeichen von Panik. Mit ihrem Handy nimmt sie immer wieder Fotos als Wegmarkierung auf, um im Notfall in der gleichförmigen Landschaft den Weg zurück zu finden. Schließlich durchqueren wir eine weite Ebene.

Bei jedem Schritt knirschen und zerbrechen die rot-orangenen „Ziegelsteinstückchen“ in der Stille.

Die Sonne hat längst ihre volle Strahlkraft entwickelt. Wir haben uns – wie ich zu meiner Schande gestehen muss – in der Weite dieser Landschaft verirrt. Wir brechen die Suche nach dem King of Wings Hoodoo ab. Weit und breit ist unser schwarzer Mietwagen nicht zu entdecken. Zu meinem Schrecken muss ich auch feststellen, dass die mitgeführten Getränke der Neige zugehen.

Wir schleppen uns in der unglaublich trockenen Julihitze New Mexicos durch die Einsamkeit. Kein Mensch ist weit und breit in Sicht. Schneeweißes, orangenes, rotes und braunes Gestein in verschiedenen Farbnuancen sowie die zahlreichen Hoodoos würden uns unter Normalbedingung erfreuen. Doch jetzt geht es um Wichtigeres.

In Erinnerung an mein The Wave Abenteuer vom Vorjahr (2010) ist mir urplötzlich die Gefahr der Dehydrierung bewusst, in der wir uns befinden.

Wir haben vollkommen die Orientierung verloren und dafür die Ehre, einen Hügel nach dem anderen kennenzulernen. Die Situation wird immer beängstigender. An Filmen und Fotografieren ist jetzt nicht mehr zu denken.

 

Zurück auf dem Pfad

Die Getränke sind aufgebraucht, und es wird bedrohlich angesichts der erbarmungslosen Sonne. Im Labyrinth der farbigen Buttes erklimmen wir einen Hügel nach dem anderen. Einer davon lässt schließlich einen weiten Blick im Umkreis zu.

Ganz weit in der Ferne glitzert der schwarze Lack unseres Autos. Gott sei Dank! Total erleichtert fällt die Anspannung von uns ab. Wir müssen nur noch die Richtung einhalten, um uns aus dieser brenzligen Lage zu befreien.

Erschöpft, ungemein erleichtert und durstig erreichen wir den Tiguan. Dort finden wir im Kofferraum das Getränkeparadies vor.

Wie einige Fotos von der glücklichen Rückkehr zum Wagen zeigen, sieht man den Gesichtern das Erlebte an.

 

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