Jetzt neu: Analoge Fotografie bekommt ein Zuhause in der fotocommunity

Foto: Peter Schwindt – „Der Kuss“, M2, Hp5+

Analog ist jetzt eine eigene Kategorie – und hier ist, was das bedeutet

Film ist zurück. Nein, eigentlich war Film nie weg – aber er ist lauter geworden. Auf Reddit, auf Instagram, in Dunkelkammern, die sich wieder füllen, in Fotogeschäften, die Rollfilme kaum noch vorrätig halten können. Kodak produziert so viel wie seit Jahren nicht, Fujifilm kann die Nachfrage nach Instax kaum decken, und eine Generation, die mit dem Smartphone aufgewachsen ist, entdeckt analoge Fotografie gerade neu – nicht aus Nostalgie, sondern weil sie etwas sucht, das der Algorithmus nicht liefert: Entschleunigung, Materialität, das Gefühl, dass ein Bild wirklich zählt.

Das ist keine kleine Szene. Auf r/analog tauschen sich über eine Million Menschen über Filmstocks, Entwicklerzeiten und Dunkelkammerrezepte aus. Festivals wie das AnalogueNOW in Berlin oder die Analog Art Affair in Köln füllen sich mit Menschen, für die ein Rollfilm kein historisches Artefakt ist, sondern das bevorzugte Arbeitsmaterial. Und in der fotocommunity: Tausende von analogen Fotos, hochgeladen über viele Jahre, verstreut über verschiedene Bereiche, technisch sortiert nach Kameraformat und Gerät.

Das ändert sich jetzt. Ab sofort gibt es auf fotocommunity eine eigene Kategorie für analoge Fotografie – einen Ort, der zeigt, was Film früher war und heute ist, und der genau so aufgebaut ist, wie die Szene heute denkt: nicht über Kameras, sondern über Bilder.

Foto: Sama Bee, „Panoptikum.“ Köln, 04/2025, Lomo LCWide, Dreifachbelichtung, Lomo Berlin 400 in Adonal, Scan vom Negativ

Neu gedacht, neu sortiert

Die bisherigen analogen Sektionen waren nach Ausrüstung aufgebaut – Mittelformat hier, Lomographie dort, Polaroid in einer eigenen Ecke. Das hatte seinen Sinn, als analoge Fotografie auf fotocommunity vor allem über das Gerät definiert wurde. Aber die Szene hat sich verändert. Wer heute mit einer Olympus Stylus durch die Stadt zieht oder nachts mit CineStill 800T fotografiert, denkt nicht in Formaten – der denkt in Stimmungen, in Themen, in Bildern.

Die neue Kategorie folgt genau dieser Logik. Nicht mehr die Kamera steht im Mittelpunkt, sondern das Foto: was es zeigt, wie es entstanden ist, welche Rolle das analoge Medium dabei spielt. Ein Straßenfoto auf Kodak Tri-X gehört nicht in eine Kleinbild-Sektion – es gehört dorthin, wo andere Straßenfotos sind, zu Menschen, die genauso fotografieren. Genau dafür ist Analog als eigene Kategorie gedacht.

Was Dich erwartet

Acht Hauptsektionen, jede mit zwei oder drei Unterbereichen. Keine davon ist eine Kopie bestehender fotocommunity-Strukturen: Das wäre zu einfach gewesen. Wer ein analoges Porträt hochlädt, kann es in Reise, Menschen und Analog gleichzeitig einordnen. Die Analog-Kategorie ist ein zusätzlicher Entdeckungsraum, kein exklusiver Heimatort.

Straße & Alltag ist der Bereich für alles, was draußen entsteht: Street-Fotografie, urbanes Leben, Konzerte, Nachtleben, die Nachbarschaft vor der Haustür. Menschen & Nähe nimmt sich Zeit für das Persönliche: Selbstporträts, den eigenen Freundeskreis, Begegnungen. Umgebung & Raum weitet den Blick: Landschaften, Natur, Architektur, Orte – und was Film aus diesem Licht macht. Dinge & Details ist für den beobachtenden Blick auf das Naheliegende: Objekte, Oberflächen, Ausschnitte, Fragmente.

Korn & Stimmung ist der Bereich, in dem die Ästhetik des Films selbst zum Thema wird – Schwarzweiß genauso wie der charakteristische Filmlook von Kodak Gold oder CineStill bei Nacht.

Für alle, die mit dem analogen Medium experimentieren, gibt es Experimentell – mit Platz für Mehrfachbelichtungen und Cross-Processing ebenso wie für Lichteinfall, abgelaufenen Film und Toy-Camera-Ästhetik. Wer inszeniert, konstruiert oder abstrakt denkt, findet die neue Sektion Konzept.

Und dann ist da noch Analog als Praxis – weil analoge Fotografie eben nicht beim Auslöser aufhört. Labor & Dunkelkammer, Sofortbild und Kameras, Formate & Material machen den Prozess selbst sichtbar.

Was mit den alten Sektionen passiert

Die bisherigen Sektionen haben nach Ausrüstung sortiert: Mittelformat hier, Lomographie dort, Großformat in einer eigenen Ecke. Das war der logische Ausgangspunkt, als analoge Fotografie vor allem über das Gerät definiert wurde. Heute fotografieren viele Menschen analog, ohne je über Formate nachzudenken; sie denken in Bildern, in Stimmungen, in Themen.

Die neue Struktur folgt dieser Logik: nicht womit fotografiert wurde, sondern was dabei entstanden ist. Die alten Sektionen werden archiviert und bleiben sichtbar und auffindbar. Ab sofort können Fotos nur noch in die neue Struktur hochgeladen werden.

Eine Bitte zum Schluss

Die neue Kategorie ist ausschließlich für Fotos auf Film. Digitale Aufnahmen – auch wenn sie analog aussehen – bitte in den anderen Kategorien hochladen. Das ist keine Schikane, sondern der Kern der Sache: Korn, das aus einem Filter kommt, ist etwas anderes als Korn, das aus einem Labor kommt.

Jetzt bist Du dran

Such Deine analogen Fotos raus. Die alten, die neuen, die, die noch auf Entwicklung warten. Und wenn Du gerade keinen Film in der Kamera hast – vielleicht ist das der richtige Moment, einen einzulegen. Analog hat auf fotocommunity jetzt einen Raum, der zeigt, was Film kann. Wir freuen uns auf Deine Fotos – egal ob frisch entwickelt oder schon Jahre alt.

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