Foto: DIAL
Kurzfassung vorab
Wir haben die Richtlinien für den Aktbereich überarbeitet, um ihn klarer zu strukturieren und stärker auf die fotografische Auseinandersetzung mit dem Thema Akt auszurichten. Künftig soll der Fokus stärker auf Fotos liegen, deren Wirkung aus Gestaltung, Bildaufbau und Kontext entsteht. Maßgeblich für die Bewertung ist dabei die Bildwirkung, nicht die beabsichtigte Aussage. Ziel der Anpassung ist es außerdem, vergleichbare Bildwirkungen möglichst einheitlich einzuordnen, den Aktbereich deutlicher von rein darstellerischen oder erotischen Inhalten abzugrenzen und einen respektvollen Umgang in Bild und Kommentar zu fördern. Die neuen Regeln gelten für zukünftige Uploads und nicht rückwirkend.
Warum wir die Richtlinien anpassen
In den vergangenen Monaten haben wir uns intensiv damit beschäftigt, wie Aktfotografie in der fotocommunity klar, nachvollziehbar und zukunftsfähig bewertet werden kann. Uns war dabei wichtig, den Aktbereich inhaltlich zu schärfen und ihn wieder stärker auf das auszurichten, was ihn im Kern ausmacht: einen respektvollen, fotografischen Umgang mit dem Thema Akt.
Stärkerer Fokus auf klassische Aktfotografie
Künftig möchten wir den Fokus deutlicher auf Fotos legen, die den menschlichen Körper als Motiv zeigen – ruhig, zurückhaltend und getragen von fotografischer Gestaltung. Licht, Posing, Linien, Komposition und Präsenz stehen für uns dabei im Vordergrund.
Nacktheit ist selbstverständlich weiterhin möglich, sie ist jedoch kein Selbstzweck, sondern Teil einer bewussten Bildaussage.
Gleichbehandlung aller Geschlechter
Ein zentraler Punkt dieser Anpassung ist für uns die konsequente Gleichbehandlung aller Geschlechter. Diese ist notwendig, weil sich männliche und weibliche Geschlechtsorgane anatomisch unterschiedlich zeigen und dadurch im Bild unterschiedlich wahrgenommen werden. Während weibliche Geschlechtsorgane häufig verdeckt sind und erst durch bestimmte Posen oder Bildausschnitte sichtbar werden, liegen männliche Geschlechtsorgane anatomisch außen und sind bei Nacktheit schneller erkennbar.
In der Vergangenheit hat diese unterschiedliche Sichtbarkeit dazu geführt, dass vergleichbare Bildwirkungen unterschiedlich bewertet wurden. Sichtbare Intimbereiche bei weiblichen Modellen wurden häufig strenger eingeordnet als entsprechende Darstellungen männlicher Modelle. Diese unterschiedlichen Maßstäbe haben zu berechtigtem Unverständnis geführt.
Mit den neuen Richtlinien möchten wir diese Unterschiede bewusst auflösen. Maßgeblich ist künftig nicht mehr die anatomische Gegebenheit oder das dargestellte Geschlecht, sondern die Bildwirkung. Entscheidend ist, ob der Intimbereich die Bildwirkung prägt, der Eindruck einer Präsentation entsteht oder die Wirkung primär über sexuelle Reize erzeugt wird – unabhängig davon, ob es sich um männliche oder weibliche Darstellungen handelt. Dabei geht es nicht um strengere Regeln für ein Geschlecht, sondern um einheitliche Maßstäbe für vergleichbare Bildwirkungen.
Abbilden von Nacktheit und fotografische Interpretation
Im Zuge der Überarbeitung ist uns ein weiterer Punkt wichtig geworden: die Unterscheidung zwischen dem bloßen Abbilden von Nacktheit und einer fotografischen Interpretation des Körpers.
Der Aktbereich ist als Raum für Fotografie gedacht. Erwartet werden Bilder, bei denen sich eine bewusste fotografische Auseinandersetzung erkennen lässt und deren Wirkung aus Gestaltung, Bildaufbau, Licht, Perspektive oder Kontext entsteht. In den vergangenen Jahren haben sich vermehrt Bilder etabliert, bei denen der nackte Körper ohne erkennbare fotografische Auseinandersetzung gezeigt wird.
Dies betrifft sowohl Formen der Selbstpräsentation als auch Aufnahmen, in denen Nacktheit anderer Personen ohne erkennbare gestalterische oder inhaltliche Setzung dargestellt ist. In solchen Fällen entsteht die Bildwirkung vor allem durch das Dargestellte selbst, während gestalterische Entscheidungen in den Hintergrund treten. Der Körper wird gezeigt, ohne dass er im fotografischen Sinne interpretiert oder in einen gestalterischen Zusammenhang eingebettet ist.
Ergänzend ist uns wichtig, auch auf Bildwirkungen hinzuweisen, die als distanzlos, sexistisch oder objektifizierend wahrgenommen werden können. Von Objektifizierung sprechen wir, wenn Menschen – unabhängig davon, ob es sich um fotografische oder KI-generierte Bilder handelt – nicht mehr als eigenständige Personen mit Ausdruck, Rolle oder Beziehung erscheinen, sondern primär über ihren Körper und dessen Wirkung definiert werden. Solche Darstellungen reduzieren den Menschen auf ein Objekt der Betrachtung und widersprechen unserem Anspruch an einen respektvollen und reflektierten Umgang mit dem Thema Akt.
Solche Bildwirkungen entsprechen zunehmend nicht mehr der inhaltlichen Ausrichtung des Aktbereichs – dies gilt ausdrücklich sowohl für fotografische Arbeiten als auch für den Aktbereich der Kategorie KI.
Was das konkret bedeutet
Aktfotografie ist weiterhin ausdrücklich willkommen.
Nicht zulässig sind jedoch Darstellungen, bei denen der Intimbereich die Bildwirkung dominiert und der Eindruck einer Präsentation entsteht.
Eine hilfreiche Leitfrage dabei lautet:
Würde das Bild auch funktionieren, wenn der Genitalbereich nicht zu sehen wäre?
Inhaltliche Verschiebung innerhalb der Kategorie Akt
Mit dieser Neuausrichtung geht auch eine bewusste inhaltliche Verschiebung einher. Bilder, die stark auf erotische Reizwirkung, szenetypische Darstellungen oder thematische Spezialformen setzen, werden künftig weniger prägend für den Aktbereich sein. Dies bedeutet keine Abwertung dieser Inhalte.
Für solche Fotos steht der Bereich „Szene, Themen & Erotik“ offen, wo sie weiterhin ihren Platz haben – jedoch nicht mehr den Schwerpunkt der Kategorie Akt bilden. Gleichzeitig soll die Anpassung dazu beitragen, dass der Aktbereich auch künftig ein gemeinsamer Raum bleibt, in dem unterschiedliche Generationen, Sichtweisen und fotografische Ansätze nebeneinander bestehen und miteinander in Austausch kommen können.
Zum Umgang mit Kommentaren bei Aktfotos
Im Zuge dieser Anpassung möchten wir auch auf das Kommentarverhalten im Aktbereich hinweisen. Aktfotografie zeigt Menschen und Körper – entsprechend sensibel sollte auch der Umgang miteinander sein.
Kommentare, die Modelle oder deren Körper bewerten, sexualisieren oder in distanzloser Weise kommentieren, entsprechen nicht den Gemeinschaftsstandards der fotocommunity und werden entfernt. Dazu zählen insbesondere Aussagen, die den Körper oder einzelne Körpermerkmale beurteilen oder herabwürdigend kommentieren.
Grundlage hierfür sind unsere Gemeinschaftsstandards:
https://www.fotocommunity.de/standards
„Geh respektvoll mit Deinem Gegenüber um.
Beiträge und Kommentare, die ein Mitglied, ein Foto oder eine auf einem Foto abgebildete Person angreifen, herabwürdigen oder mit einem sexistischen und distanzlosen Ansatz kommentieren, sind nicht erwünscht.“
Wir möchten, dass der Aktbereich ein Ort ist, an dem Bilder respektvoll betrachtet und besprochen werden können – mit Fokus auf Fotografie, Bildwirkung und Gestaltung.
Geltung der neuen Richtlinien
Die neuen Richtlinien gelten ab 10.02.2026 für zukünftige Uploads. Eine rückwirkende Neubewertung bereits veröffentlichter Bilder wird es nicht geben. Uns ist bewusst, dass diese Übergangsphase vereinzelt als widersprüchlich wahrgenommen werden kann.
Fragen, die helfen können, Fotos und KI-Bilder im Kontext der Richtlinien einzuordnen
Die folgenden Fragen sind keine Checkliste im strengen Sinn. Sie sollen dabei helfen, die eigene Bildwirkung einzuschätzen – unabhängig davon, ob es sich um Fotografie oder KI-generierte Bilder handelt.
Zur Bildidee
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Zeigt mein Foto / Bild mehr als nur Nacktheit?
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Gibt es eine erkennbare Idee, Stimmung oder Situation, die über das bloße Zeigen des Körpers hinausgeht?
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Würde ich das Foto / Bild auch interessant finden, wenn weniger Haut zu sehen wäre?
Zur Wirkung des Bildes
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Wirkt das Foto / Bild eher ruhig und zurückhaltend – oder direkt und präsentierend?
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Entsteht die Wirkung durch Licht, Bildaufbau, Perspektive oder Kontext?
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Oder funktioniert das Foto / Bild hauptsächlich dadurch, dass ein nackter Körper gezeigt wird?
Zur dargestellten Person
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Wird die Person im Foto / Bild als Mensch wahrgenommen – mit Ausdruck, Präsenz oder Beziehung zur Umgebung?
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Oder bleibt vor allem der Körper im Vordergrund?
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Würde ich beim Beschreiben des Fotos / Bildes eher von „einem Menschen“ sprechen oder von „einem nackten Körper“?
Zu Nähe und Distanz
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Lädt das Foto / Bild zum Betrachten und Nachdenken ein?
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Oder fühlt es sich eher wie eine direkte Präsentation „für den Blick“ an?
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Entsteht ein respektvoller Abstand – oder wirkt das Bild distanzlos?
Zu Respekt und Objektifizierung
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Wird der Mensch im Foto / Bild ernst genommen – oder auf körperliche Wirkung reduziert?
Wiederholt es bekannte, stark sexualisierte Muster?
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Könnte das Foto / Bild als herabwürdigend, einseitig oder klischeehaft wahrgenommen werden?
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Würde ich diese Darstellung unabhängig vom Geschlecht der dargestellten Person als angemessen empfinden?
Speziell für KI-generierte Bilder
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Wirkt das Bild wie eine bewusste Bildidee oder eher wie eine generische Darstellung eines Körpers?
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Würde ich dieses Bild auch dann passend finden, wenn es fotografisch entstanden wäre?
Eine hilfreiche Leitfrage zum Schluss
Zeigt mein Foto / Bild Nacktheit – oder erzählt es etwas mithilfe des nackten Körpers?
Wenn ein Foto / Bild vor allem zeigt, ohne zu interpretieren, einzuordnen oder zu gestalten, passt es meist weniger gut zur aktuellen Ausrichtung des Aktbereichs.



Ich kann mir vorstellen, was Ihr bewirken wollt, kann es aber anhand Eurer Veröffentlichung nicht nachvollziehen.
Allein die Kurzfassung Eures Vorhabens ist dermaßen daneben, dass ich am liebsten auf das Weiterlesen verzichtet hätte, um statt dessen eine Kündigung meines Accounts vorzunehmen. „Maßgeblich für die Bewertung ist dabei die Bildwirkung, nicht die beabsichtigte Aussage.“ – Zeige das Foto 100 verschiedenen Menschen, dann erhältst Du 100 verschiedene Aussagen über die Bildwirkung. Subjektiver geht es nicht, wird es einen Gott geben, der je nach dem wie er gerade drauf ist, die Entscheidung trifft? „… den Aktbereich deutlicher von rein darstellerischen oder erotischen Inhalten abzugrenzen … “ – Bei meinen Fotos verzichte ich weitgehend auf eine Inszenierung, die Protagonistin stellt sich auf den Bildern dar, dass wird in Zukunft bemängelt? Was ist erotisch? Für mich ist Erotik ist das, was passiert, bevor etwas passiert – und manchmal genau deshalb stärker wirkt als alles, was folgt. D.h. auch Bilder die nicht in den Aktbereich müssen können erotisch sein. Auch das wollt ihr nicht mehr zulassen?
„… und einen respektvollen Umgang in Bild und Kommentar zu fördern.“ – Wollt Ihr die Bilder löschen, zu denen es dämliche Kommentare dazu gibt?
„Künftig möchten wir den Fokus deutlicher auf Fotos legen, die … getragen von fotografischer Gestaltung (sind). Licht, Posing, Linien, Komposition und Präsenz stehen für uns dabei im Vordergrund.“ -Das bedeutet für mich, wenn
– das Licht nicht optimal ist, weil ich nur natürliches Licht nutze,
– ich keinen Wert auf Posen lege, sondern das Model immer machen lasse,
– ich statt Linien lieber Kurven in der Aktfotografie sehen,
– ich keinen Wert auf Komposition lege, sondern die Natürlichkeit der Situation einfange
– ich Präsenz als das Gegenteil von dekorativem Körper, leerer Pose, „hübsch, aber egal“ betrachte, müssten 95% aller Aktfotos gelöscht werden.
„Nacktheit ist selbstverständlich weiterhin möglich, … (als) Teil einer bewussten Bildaussage.“ – Was ist mit den Fotos, denen ich bewusst eine Bildaussage zuschreibe, es aber keiner versteht? Oder wenn ich mir keine Gedanken über eine Bildaussage machen möchte, was ich bei meinen Fotos noch nie gemacht habe? „Mit dieser Anpassung möchten wir den Aktbereich klarer positionieren und eine verlässliche Grundlage schaffen – für uns als Community ebenso wie für Fotografen, Modelle und Betrachter.“ – Für meine Begriffe zeigt Eurer Artikel nicht nur eine neue Prüderie, sondern auch noch eine „wenn mir das Bild nicht gefällt oder ich es nicht verstehe wird es gelöscht“-Mentalität. Es kann sein, dass alles nicht so heiß gegessen wird, wie ich es lese. Was aber in jedem Fall passiert ist, wenn eines meiner Fotos in Zukunft gelöscht werden sollte, dann bin ich ganz weg mit meinem Account.
Sorry für die deutlichen Worte, aber ich vermute, dass Ihr nicht nur mich sehr verunsichert habt.
Hallo Bernhard,
danke für Deinen offenen Kommentar. Wir merken sehr deutlich, dass der Text bei Dir Irritation und auch Sorge auslöst – und genau diese Reaktionen nehmen wir ernst. Die Anpassung der Richtlinien ist kein kleiner Schritt, und uns ist bewusst, dass sie bei vielen Fragen aufwirft, gerade bei Menschen, die sich seit Jahren intensiv mit Aktfotografie beschäftigen.
Wenn wir von Bildwirkung sprechen, meinen wir damit ausdrücklich keinen persönlichen Geschmack und auch kein spontanes Urteil einzelner Personen. Uns geht es um das, was ein Bild unabhängig von Erklärung oder Absicht nach außen trägt. Dass Bilder unterschiedlich gelesen werden, ist uns sehr bewusst – gerade deshalb versuchen wir, uns nicht an individuellen Deutungen festzuhalten, sondern an wiederkehrenden Wirkungsmustern, die sich aus Darstellung, Nähe, Zurückhaltung oder Präsentation ergeben.
Auch der Hinweis auf fotografische Gestaltung ist nicht als Forderung nach Perfektion gemeint. Natürliches Licht, offene Situationen, das Zulassen dessen, was ein Mensch selbst mitbringt, gehören für uns weiterhin zur Aktfotografie. Es geht nicht um Regeln für Stil oder Technik. Es geht darum, ob ein Bild mehr trägt als das bloße Zeigen von Nacktheit, ob es einen Raum öffnet oder sich im Dargestellten erschöpft.
Erotische Wirkung oder Sinnlichkeit schließen wir damit nicht aus. Uns geht es nicht darum, Erotik zu verbieten. Was wir klarer trennen möchten, sind Bilder, deren Wirkung sich ausschließlich aus der direkten Darstellung des Körpers speist, ohne Einordnung, ohne Zurücknahme, ohne Beziehung zum Bildkontext.
Der Hinweis auf respektvolle Kommentare richtet sich dabei nicht gegen Bilder, sondern gegen den Umgang miteinander. Bilder werden nicht wegen einzelner Kommentare gelöscht. Uns geht es darum, dass Menschen und Körper nicht herabwürdigend oder distanzlos besprochen werden.
Uns ist wichtig zu sagen: Es geht nicht um eine neue Prüderie und nicht darum, Bilder zu entfernen, weil sie jemandem nicht gefallen oder weil sie „nicht verstanden“ werden. Der Aktbereich ist vor vielen Jahren entstanden, in einer anderen Zeit und mit anderen Selbstverständlichkeiten. Die jetzige Anpassung ist der Versuch, ihn heute neu zu verorten und tragfähig zu halten – auch für unterschiedliche Sichtweisen und Generationen.
Wir wissen, dass sich vieles erst im konkreten Umgang zeigen wird und nicht jede Sorge sofort verschwindet. Genau deshalb führen wir diese Diskussion offen. Danke, dass Du Deine Gedanken so klar formuliert hast.